Deine beste Freundin, die Youtuberin

Mit Begrüssungen wie „Hey Leute“ oder „Halli hallo ihr Lieben“ beginnen häufig die Videos von Beauty- und Fashion-VlogerInnen. Diese Grussworte am Anfang vermitteln dem Zuschauer den Eindruck, als ob die Youtuberin die Zuschauer schon ewig kennt und die Beziehung sehr freundschaftlich ist. Meist scheint auch die restliche Aufmachung und die behandelten Themen implizit auszusagen: „Hey, ich habe dieselben Alltagsprobleme wie du, ich bin auf der gleichen Ebene, ich gebe dir Tipps, du kannst mit mir kommunizieren (über die Kommentare), ich bin wie eine Freundin für dich“. Die Beauty- und Fashion-VlogerInnen zeigen in ihren Videos beispielsweise wie sie Make-ups testen oder was sie bei ihrer letzten Shoppingtour eingekauft haben. Es geht nicht um teure Produkte oder Designerklamotten. Sie sind nicht abgehoben, sondern „wie du und ich“.

Grundsätzlich ist das gar nicht schlecht. Ich schaue mir selbst sehr gerne Youtube-Videos an, mit Produktbewertungen von „gewöhnlichen“ Leuten. Um einen Eindruck von einem Produkt zu bekommen, der nicht durch die Werbung geschönt ist.

Allerdings erreichen heute viele Kanäle von Youtubern täglich mehrere Millionen Abonnenten und vielen Unternehmen wird klar, dass Youtuber gute Werbefiguren für neue Produkte sein können. Beispielsweise Bibi vom Kanal „BibisBeautyPalace“ macht sehr oft Product Placement in ihren Videos. Problematisch ist, dass die Grenzen zwischen Werbung und Inhalt verschwimmen und die meist minderjährige Zielgruppe sich leicht beeinflussen lässt (Dörfel 2015).

Die Satiresendung Neo Magazin mit Jan Böhmermann von ZDFneo bringt es auf den Punkt: Ein Ausschnitt daraus findet sich hier (natürlich auf Youtube).

Werbung muss auch auf Youtube klar kenntlich gemacht werden. 2014 macht beispielsweise die Sendung Report Mainz von ARD den Youtube-Stars der Gruppe Y-Titti den Vorwurf, dass sie auf ihrem Kanal Schleichwerbung machen. Laut Report Mainz fliessen Inhalt und Werbung in sehr vielen Youtube-Videos ineinander, ohne dass genügend oder nur sehr dezent gekennzeichnet wird, was Werbung ist. Auf Youtube wird „das Vertrauen von Millionen Jugendlichen zu Geld gemacht“ (Anthes und Drotschmann 2014).

Meiner Meinung nach, sollten auf Youtube die gleichen Regeln gelten wie beim Fernsehen. Am besten wäre es, wenn Hinweise direkt in den Videos eingeblendet werden, da wohl selten jemand die Beschreibung eines Youtube-Videos liest. Teilweise wird das auch bereits gemacht und es wird zu Beginn beispielsweise „Durch Produktplatzierungen unterstützt“ angezeigt.
Zwar sind wir alle unterdessen schon sehr sensibilisiert bei dem Thema und glauben nicht mehr alles. Trotzdem finde ich diese Kennzeichnung noch wichtig, da bei auf Authentizität getrimmten Videos das wirklich nicht so einfach zu erkennen ist, was Werbung ist und was nicht.

(Ein Blogbeitrag auf dem Blog zur Cybergesellschaft unserer Kommilitoninnen behandelt ebenfalls das Thema Youtube-Stars)

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