Onlineempfehlungen – ein wahrer Segen

Viele junge Menschen in meinem Alter können sich kaum vorstellen, in ein Reisebüro zu gehen und da eine Reise zu buchen. Dies liegt vor allem daran, dass wir alles online buchen können, aber auch, dass wir online Dinge bewerten und so erfahren können was wir buchen sollten. Bewertet wird alles, was eine Bewertung verdient, Hotels, Städte, Lehrer, Computer und vieles mehr (Grabs und Bannour 2011, S. 314-315).

Vor allem dank TripAdvisor wusste ich bei meiner Reise durch Asien immer, wo das günstigste, aber saubere Hotel, die gemütlichste Beiz und das beste Restaurant der Gegend waren. Das funktioniert aber nur Dank Anderen, welche schon vor mir da waren und dieses Lokal oder Hotel bewerteten.

Qualman (2010, S. 98) beschreibt, dass wir bei solchen Bewertungen misstrauisch gegenüber bezahlten Meinungsmacher werden. Das kann ich auch bei mir beobachten, denn fiel ein Kommentar bei einem Hotel zu positiv oder zu negativ auf, dachte ich mir oft, ah da hat wohl die Konkurrenz geschrieben oder das ist so unlogisch gut bewertet, der oder die war sicher bezahlt.

Einige Plattformen versuchen mit Transparenz und Kontrollen sicher zu stellen, dass die „wirklichen“ Kundenbewertungen im Vordergrund stehen. Doch kann dies nie zu 100% garantiert werden. Langfristig haben es aber gefälschte Bewertungen sehr schwer, denn wenn die ersten Kunden merken, dass die empfohlene Sache gar nicht so gut ist, wie beschrieben, werden auch die negativen Bewertungen nicht ausbleiben (Grabs und Bannour 2011, S. 314-316).

Aber Qualman (2010, S. 98) beschreibt auch, dass wir vor allem im engeren Kollegenkreis einen Tipp viel schneller wahrnehmen, als den einer völlig fremden Person. Viele durchsuchen Facebook nach einem Reiseziel, ob nicht schon ein Freund genau da war wo man als nächstes hin will. War ein Kollege da und hat dieser zufällig seine Reiseroute bekannt gegeben, werde ich schneller meine Reise beim gleichen Veranstalter buchen und das Hotel nehmen, von welchem mein Freund schon viele Fotos gepostet hat und sehr zufrieden war.

Doch wer schreibt überhaupt Bewertungen? Wer postet seine ganze Reise auf Facebook? Vor allem jüngere Menschen, welche nach 1980 geboren sind, nutzen soziale Plattformen, um sich über alles Mögliche auszutauschen, geben aber im Gegenzug auch viel von sich preis. Es hat sich gezeigt, dass diese Generation transparent sein will, denn diese Generation ist mit der Möglichkeit aufgewachsen, sich über soziale Medien mitzuteilen. Dennoch kann man nie verallgemeinern, denn auch in dieser Generation haben noch lange nicht alle Facebook und trotzdem ist dies ein Unterschied zu früheren Generationen. Dieser Wandel zeigt sich konkret in Zahlen. 1977 vertrauten nur 67 % der Befragten auf Mundpropaganda. Heute sind es 92 % die dieser Form von Produkt- und Marktinformation Glauben schenken. Daraus schliesst Qualmann, dass wir uns von einer Mundpropaganda zu Weltpropaganda-Marketing bewegt haben. Denn wir sind weltweit vernetzt und befreundet. (Qualman 2010, S. 91-98).

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Meine Tauchschule auf Lombok – gefunden Dank TripAdvisor

Heute, zwei Jahre nach meiner Reise und obwohl ich es versuchte und wollte, konnte ich mich bis jetzt noch nicht dazu aufraffen, selbst eine Bewertung zu verfassen. Dies, obwohl ich laut Definition zu diesen transparenten Digital natives gehöre.

Was sind eure Erfahrungen mit Bewertungen? Schreibt ihr auch welche und wenn ja eher positive oder eher negative?

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