Das Lieblingskundenprinzip

Das Lieblingskundenprinzip kommt ursprünglich aus der Hotel und Tourismus Branche und hiess dort Lieblingsgastprinzip. Der Lieblingskunde von jedem Unternehmens sieht für alle ungefähr gleich aus. Ein Lieblingskunde ist einer Marke treu und bringt dem Unternehmen gute Umsätze. Er ist begeistert von dieser Marke und empfiehlt diese an Kollegen und Familienmitglieder weiter. Durch kommentieren und bewerten eines Produktes über Social Media Plattformen geben wir viel von unserem Verhalten als Kunde preis. So erleichtern wir Unternehmen, ein genaues Profil von uns anzulegen, um über dieses Profil andere potenzielle Käufer und Lieblingskunden anzusprechen (Grabs und Bannour 2011, S. 85-88).

Vor allem das Smartphone macht es uns möglich, flexibel und mobil, Social Media Anwendungen zu nutzen und uns als Lieblingskunden zu bewähren. Lindstorm (2012, S. 83-107) beschreibt, die Abhängigkeit der meisten Menschen vom Smartphone. Viele werden nervös, haben sie es irgendwo verlegt oder vermeintlich zu Hause vergessen. Wir brauchen dieses Ding, mit dem wir uns mitteilen, uns über das Restaurant informieren, in dem wir Abendessen gehen wollen oder wir bewerten es selber, nachdem wir dort gegessen haben. Wir gehen eher in ein neues Restaurant, wenn es uns von jemandem empfohlen wurde, warum? Wir greifen unbewusst oder bewusst zu einer Marke, welche wir sympathisch finden. Doch wie werden wir von Unternehmen ob bewusst oder unbewusst auf genau diese Marke, Restaurant oder Hotel aufmerksam gemacht? Fakt ist, das wir uns beim Einkaufen von anderen beeinflussen lassen. Knapp die Hälfte der US-Verbraucher, welche häufig online einkaufen, benötigen 4 bis 7 online-Bewertungen um sich für den Kauf zu entscheiden und das obwohl ca 25% der Bewertungen gefälscht ist. Sobald wir überzeugt sind von einer Marke, gehören wir schon bald zu den Fans einer Marke. Lindstorm spricht nicht nur von Marken-Fans sondern schon von Marken-sucht:

Stellt sich die Frage, ob Unternehmen und Werbebrache aktiv daran beteiligt sind, Sucht nach ihren Produkten auszulösen? (…) Doch auch wenn sie nicht in der Lage sind, auf direktem Weg Abhängigkeit hervorzurufen: Nach dem was ich in 20 Jahren Arbeit mit manchen der erfolgreichsten Marken der Welt in Vorstandsetagen erlebt habe, können Sie davon ausgehen, dass diese Leute eine Menge cleverer Tricks und Mittel auf Lager haben, um uns in diese Richtung zu treiben und Suchtgefühlen Vorschub zu leisten.

Lindstorm (2012, S. 91)

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Warteschlange vor Applestore

Doch nicht nur die Werbebranche macht ihr Job, sondern auch wir als Lieblingskunden einer Marke wenn wir ein Restaurant gut bewerten, die neuste Markenjeans der Kollegin liken oder ein Foto mit Makroansicht der Sonnenbrille (natürlich mit sichtbarem Logo) online stellen. Unbenannt

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