Es hagelt Schokolade – sofern die Konsumenten das möchten

Von meinen Ferien in Holland vor einigen Jahren ist mir vor allem das Frühstück in Erinnerung geblieben. Aufs Butterbrot gibt’s da keine Confi oder Honig, sondern Schokolade. In Form von Streuseln oder Späne. Überaus begeistert habe ich mir damals gleich einige Packungen gekauft und mit nach Hause genommen. Irgendwann war natürlich dieser Vorrat dann aufgebraucht. Doch dann, eines Tages, in der Migros die Überraschung: Da steht er, der Hagelslag, im heimischen Migros-Regal! Auf der Verpackung klebte ein Hinweis: „Von Kunden gewünscht, migipedia.ch“. Die „Frühstücks-Schoko-Streusel“ landeten sofort in meinem Einkaufswagen und ich versuchte damals neugierig herauszufinden was dieses Migipedia ist. Unterdessen suche ich regelmässig auf Migipedia nach Produkten und schaue mir die Bewertungen an.

Migipedia ist ein Portal, auf welchem man mehr als 13‘000 Produkte bewerten, eigene Ideen einbringen, abstimmen und Produkte testen kann. Viele Produktideen wurden bereits umgesetzt.

Ein Beispiel: Die Mary Jane's Glace

Ein Beispiel: Die Mary Jane’s Glace „Swiss Chilbi“, die mit Hilfe der Konsumenten entwickelt wurde.

Durch solche Social Network Plattformen können Firmen ihre Kunden in den gemeinsamen Wertschöpfungsprozess integrieren. Die Kunden können sich aktiv mit anderen Kunden und dem Unternehmen vernetzen und Informationen über Leistungen des Anbieters austauschen. Meist richten Unternehmen ihre Social Network Plattform in bereits bestehenden sozialen Netzwerken ein („Fanpages“ auf Google+ oder Facebook beispielsweise), um keine eigene Infrastruktur haben zu müssen und um möglichst viele Menschen zu erreichen (Drengner et al. 2013, S. 219).

Die Migros hat aber eine eigene Plattform etabliert, die unterdessen schon sehr viele Mitglieder hat. Mit Hilfe von Migipedia werden die Konsumenten in viele Entwicklungsschritte integriert. Das nennt man Crowdsourcing.

Beim Crowdsourcing macht sich eine Firma das Wissen der Community zu Nutze. Die Mitglieder der Community haben Einfluss auf gewisse Aspekte des Unternehmens. Die Nutzer werden unterschiedlich motiviert: Einige motiviert die Anerkennung der anderen Community-Mitglieder, sie wollen ihr Wissen mit anderen teilen. Andere werden durch Belohnungen motiviert. Beispielsweise wenn man durch mehr Aktivität vom „neuen Mitglied“ in den „Experten“-Rang aufsteigt (Biller, 2013).

Ich, als Konsument, finde es toll mich einbringen zu dürfen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren (z. B. bei Produktbewertungen) und das Gefühl zu haben das Produktsortiment mitbestimmen zu können. Ich kann mir vorstellen, dass das auch sehr gut fürs Image eines Unternehmens ist, da man sich als Konsument ernst genommen fühlt und die positiven Erfahrungen weiter erzählt.

Habt ihr schon mal an einem Namen-, Design- oder Ideenwettbewerb mitgemacht?

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